Was haben Deutschlands Apotheker gegen DocM und Co

Bei Pharmama gab es eine Diskussion über Online-Apotheken (OA) und warum wir das alles so schlimm finden und warum die Kunden dort nicht bestellen sollten. Ein Argument war, daß sie in der Vorort-Apotheke (VA) auch nicht beraten werden und dann könnten sie doch wenigstens das Geld sparen. Ich will mal versuchen diese Chose etwas aufzudröseln. 

Preis: Ibu 400, 20 Stück für €3,95 kann ich in der VA auch, mit manch anderen Preisen können wir allerdings wirklich nicht mithalten, da das zum Teil Preise sind, die grade mal unsren Einkauf decken. Bei diesen Sachen, wie Wobenzym kann eine OA vermutlich so große Mengen günstig bestellen und dann auch absetzten, daß letztendlich immer noch ein Gewinn über bleibt. Ganz besonders, wenn nicht teures Personal für den Verkauf benötigt wird. Es tut uns insgesamt natürlich schon weh, wenn Teile dieser nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel nur noch online gehen, aber damit hätten wir leben können. Der komplette OTC Markt wäre nie weggebrochen und mit guter Beratung hätten wir sicher auch den ein oder andern wieder zu uns geholt. Besonders da wir den unschlagbaren Vorteil haben, daß der Käufer seine Ware i.d.R. sofort mitnehmen kann.

Legalität: das ist jetzt eher der Punkt, der uns umtreibt. Die Geschichte von DocM, der nicht der einzige OA aber der Vorreiter ist, ist die Geschichte von absichtlichem und wiederholtem Rechtsbruch. Kalkuliert, mit vollem Wissen um die Unrechtmäßigkeit seines Tuns. Kein: Vergib ihnen, den sie wissen nicht, was sie tun. Und dafür wurde ihnen von der Presse frenetisch applaudiert! Ein deutscher (saarländischer) Justizminister (!) hat sich für DocM über geltendes Apothekenrecht hinweggesetzt. Für einen ausländischen Konzern, der nicht einmal in Deutschland Steuern zahlt! Diese kriminelle Energie sollte mal ein Deutscher Apotheker entwickeln….der wäre schneller im Bau, als er seine Apotheke zuschließen kann.

Und damit wäre ich beim letzten Punkt: fairer Wettbewerb. Gibt es nicht, aus, die Versender brauchen sich scheinbar an keine der Regeln halten. Ihnen zu liebe wurde aus dem Passus: eine ärztliche Verordnung ist unverzüglich zu beliefern, zeitnah zu beliefern. Sie stellen keine Rezepturen her, versenden keine BTMs (sieh Blogeintrag vom 12.12. pro Packung 74 Cent Verlust), messen keine Kompressionsstrümpfe an, helfen nicht bei der Anwendung komplizierter Arzneimittel (ich habe heute mit einer Kundin die korrekte Anwendung des Metex Pen geübt.) und schulen auch nicht die korrekte Verwendung von Inhalatoren, verleihen keine Milchpumpen, machen keinen Notdienst. Und schon gar nicht versuchen sie kurz vor Ladenschluß eine Lösung für eine Kundin zu finden, die dringend ein Medikament braucht.

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2 Gedanken zu “Was haben Deutschlands Apotheker gegen DocM und Co

  1. Sie stellen keine Rezepturen her, versenden keine BTMs (sieh Blogeintrag vom 12.12. pro Packung 74 Cent Verlust), messen keine Kompressionsstrümpfe an, helfen nicht bei der Anwendung komplizierter Arzneimittel (ich habe heute mit einer Kundin die korrekte Anwendung des Metex Pen geübt.) und schulen auch nicht die korrekte Verwendung von Inhalatoren, verleihen keine Milchpumpen, machen keinen Notdienst.
    Dies alles, und noch vieeel meeehr… (z.B. Probleme mit dem „kaputten“ BZ-Messgerät) wird demnächst dem geneigten Patienten über VideoChat nahe gebracht. Ist gar kein Problem! Skype läßt grüßen, der NSA macht kostenlos das QMS. – Das hat zumindest die Riege um den lauteren Karl Bach versprochen – und der ist EXPERTE!

    Und schon gar nicht versuchen sie kurz vor Ladenschluß eine Lösung für eine Kundin zu finden, die dringend ein Medikament braucht.
    Dies ist doch gesetzlich geregelt: „Eine ärztliche Verordnung ist zeitnah zu beliefern.“ Problem gelöst! Übrigens: Zeitnah kann ruhig auch mal 3 Wochen sein, je nachdem, welche Uhren und Kalender man gerade benutzt.

    Warnung! Dieser Kommentar kann Ironie enthalten!
    Warnung! Die obige Warnung kann Sarkasmus enthalten!
    😉

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  2. Ich bin lieber treuer (und leider guter) Kunde bei meiner Stammapotheke, die mich kennt und im Zweifel auch Probleme löst, wenn z.B. ein Rezept noch nicht da ist oder es mal anderweitig dringend ist.

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