Vitaminpräparate und Co – was macht Sinn?

Es gibt ja unendlich viele Pillen, Pulver und Brausetabletten, die eine große Auswahl an den verschiedensten Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen Stoffen anbieten. In den letzten Jahren sind vermehrt die sekundären Pflanzenstoffe in den Fokus gerückt, es gibt Enzympräparate, Kapseln mit Präbiotika und solche mit Probiotika. Mir scheint, daß sich die Zahl der (Wunder-)Pillen ständig erhöht. Viele verweisen in ihrer Werbung auf neuste wissenschaftliche Studien, manche wieder auf traditionelle Anwendung in der fernöstlichen Medizin (auch immer gerne genommen werden die Indianer oder israelische Wissenschaftler). Was halte ich persönlich für sinnvoll? Hier folgt eine kleine Auswahl.

Zuerst einmal halte ich die gießkannenartige Einnahme von Multivitamin Präparaten, egal welcher Qualität und Quantität für Unsinn. Es gibt nur wenige Zustände, wo es Sinn macht alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in mehr oder minder hoher Dosierung zu geben. Hier würde ich vielleicht Krebskranke nach Chemo und mit Essproblemen sehen, Senioren, nach einer schweren Krankheit, wie Influenza oder Lungenentzündung, Langzeitfaster und eventuell noch Menschen, die unter sehr viel Streß und Druck stehen. Ansonsten finde ich es sinnvoller die Substanzen gezielt einzusetzen. Nicht jeder braucht alle B-Vitamine oder Vitamin C und Calcium. Manche dieser Substanzen kann man auch überdosieren! Vitamin A z.B. oder auch Eisen oder Selen.

Was macht also wo und wann Sinn?

Vitamin D im Winter ist ein Kandidat, der mir schnell einfällt. Hier profitiert wirklich fast jeder von einer moderaten Substitution – moderat bedeutet hier 1000 – 3000 I.E. pro Tag sind unbedenklich – unnötig ist es, wenn man zwei bis dreimal pro Woche Fisch (Hochseefisch wie Lachs oder Dorsch) ißt. Es ist durchaus sinnvoll Vitamin D mit Magnesium zu kombinieren, wenn man da einen Mangel vermutet. Die Vitamin D Tabletten oder Tropfen, die es freiverkäuflich gibt müssen im Körper noch in die aktive Form umgewandelt werden und dafür brauchen wir Magnesium. Magnesium ist besonders in Gemüse und Vollkornprodukten enthalten.

Menschen mit einer Autoimmunthyreoditis wie Hashimoto, profitieren sehr von einer Selensubstitution. Selen hat Einfluß auf das Immunsystem und kann einer weiteren Zerstörung des Schilddrüsengewebes vorbeugen. Zink kann man dazu nehmen, muß man aber nicht.

Bei einer beginnenden Erkältung und bei einem Lippenherpes ist oft Zink mit 40mg über eine Woche sehr hilfreich.

Alle die jetzt wieder mit der Frühjahrsdiät anfangen tun sich beim Abnehmen leichter, wenn sie ein Basenpräparat dazu nehmen – ebenso Rheumatiker oder andere Patienten, die viele Schmerzmittel nehmen müssen. Wir erleben immer wieder, daß die Einnahme eines Basenpulvers die Schmerzen und somit den Bedarf an Schmerzmitteln senkt. Im entzündeten Gewebe werden u.a. Säuren freigesetzt, die ihrerseits wieder Entzündungen und Schmerzen verursachen oder verstärken. Ein Basenpulver neutralisiert diese Säuren und ihre Wirkung. Beim Abnehmen werden Fettsäuren freigesetzt, die ihrerseits den weiteren Fettabbau hemmen. So versucht unser Körper einen weiteren Gewichtsverlust zu stoppen (für unseren Körper ist es immer noch Steinzeit und Diät bedeutet Hungersnot).

Die Einnahme von isolierten sekundären Pflanzenstoffen sehe ich persönlich sehr kritisch. Sie spielen ohne jeden Zweifel eine wichtige Rolle für uns, aber wir reden hier über eine immens große und sehr heterogene Gruppe von Stoffen, die bisher nur ansatzweise isoliert und identifiziert worden sind. Ich bin der festen Überzeugung, daß sie nur im natürlichen Verbund die Wirkungen erzielen, für die sie als Einzelstoff vermarktet werden. Hier bleibe ich bei: saisonal und regional. Daran ist unser Organismus und unsere Darmbewohner nämlich gewöhnt.

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3 Gedanken zu “Vitaminpräparate und Co – was macht Sinn?

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