Den Bock zum Gärtner gemacht

Ein Mutter eines an Spina bifida erkrankenten Kindes, die regelmäßig eine Spezialezeptur von einer Apotheke zugeschickt bekommt, möchte mit einem Brief an die Palamentarier erreichen, daß das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten nicht kommt. Ich frage mich, ob ihr bewußt ist, daß sie genau das erreichen wird, wovor sie jetzt Angst hat. Wenn unsere komplette Kalkulation dank Boni und Rabatten schließlich am Ar*** ist, dann wird es sich keine Apotheke mehr leisten können derartige Sonderrezepturen herzustellen – oder wenn, dann nur noch mit massiven Aufschlägen, zu zahlen vom Kunden. Es wäre IMHO die einfachste Lösung in eben diesem Gesetztestext mit reinzuschreiben, daß Individualrezepturen und Sonderanfertigungen eben doch auch weiterhin von dazu speziell ausgestatteten Apotheken an Endkunden versendet werden dürfen. Das wäre ein Paragraph, „Ausgenommen hiervon sind individuell hergestellte Arzneimittel, für besondere Indikationen.“ Einer unserer Hauptkritikpunke an DocM und Co ist ja grade, daß sie keine Rezepturen herstellen.Das ist übrigens ein beweisbarer Fakt, denn es haben schon genügend Kollegen Rezepte über Salben, die anzufertigen waren, an DocM geschickt und immer mit einem freundlichen Brief zurück bekommen, daß sie diese Rezepte doch bitte schön vor Ort einlösen möchten. Das ist übrigens ein Verstoß gegen den Kontrahierungszwang, der auch nie von irgendeiner zuständigen Behörde verfolgt wird. Ich hoffe inständig, daß ich nicht die Einzige bin, die etwas weiter als Tellerkante denken kann.

Advertisements

3 Gedanken zu “Den Bock zum Gärtner gemacht

  1. DocMorris bzw Zur Rose leben halt im rechtsfreien Raum scheint es.

    Währendessen machen Deutsche Versandapotheken weiter Werbung dafür dass einfach die Preisbindungen fallen sollte. Das wäre ja dann alles ganz dolle Fair und nur von Vorteil für den Kunden und und und…. *kotz*

    Gefällt mir

  2. Ich kann dich verstehen, aber viele Apotheken stellen kein Oxibutynin als Instillationsset ( Dosierung die vom Arzt verordnet wird) zum spritzen in die Blase her. Weil einige Apotheken kein Reinraum Labor haben. So bekommen es viele von Ortsnahen Apotheken mitgeteilt. Dewegen beziehen es fast alle Betroffene von der Grachtenhaus Apotheke aus HH per Post.
    Und die haben halt Angst das es mit dem Versandhandel Verbot nicht mehr möglich ist.

    P.s. wenn du Aponette das auf klären könntest was trotz Verbot noch möglich ist dann könnte ich bei den Spina bifida Betroffenen Aufklärungsarbeit leisten. Weil ich dort im Forum mit lesen/schreiben kann.

    Danke Sbocean

    Gefällt mir

    1. Gerne doch, alles was nötig ist, ist ein Passus im Gesetz, der besagt, dass Sonderanfertigungen von dem Versandverbot ausgenommen sind. Es geht ja gar nicht nur um Eure Oxybutinin Istallationen, es gibt ja noch andere Patienten, die Spezialrezepturen brauchen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s