Warum Apotheken doch ganz sinnvoll sind

Ab und zu müssen wir die Menschen nämlich auch vor sich selber (oder auch anderen) schützen. Oder können das, indem wir die Abgabe vom Verlangten verweigern. Der Gerechtigkeit Willen muß ich vorher sagen, daß ich noch nie versucht habe zehn Packungen Paracetamol im Versand zu bestellen. Weiterlesen …Aber Gerüchten nach, bzw. von Kollegen wurde das schon versucht und es ging ohne weiteres. Jetzt muß aber der Kunde, der bei mir in der Apotheke steht, mir schon sehr gut erklären können, warum er so viel braucht und selbst dann könnte es gut sein, daß ich ihm nur fünf oder zwei Packungen gebe. Natürlich kann er/sie dann einfach in die nächste Apotheke gehen (und wie wir ja wissen gibt es in Deutschland laut anerkannter öffentlicher Meinung „an jeder Ecke eine Apotheke“, höm) und dort das gleiche versuchen. Wenn es sich jetzt aber um jemanden handelt, der etwas Dummes damit vor hat, so hoffe ich, daß jeder Schritt, den er mehr tun muß um an sein Ziel zu kommen, ihm vom Selben abbringt. Und wenn nicht nur eine Person erzählt, daß Paracetamol nicht harmlos ist, sondern fünf, dann kommt die Nachricht vielleicht eher an.

Aber es sind ja nicht nur ganz normale, zugelassenen Arzneimittel, mit denen Schindlunder getrieben wird (werden kann). Das Netz und die sozialen Medien sind voll mit abstrusen und gefährlichen „Wundermitteln“. Viele davon kann man inzwischen leider!! problemlos direkt übers Netz bestellen, aber es gibt doch zum Glück immer noch viele Menschen, die diesem Weg misstrauen, aber der Apotheke vertrauen (noch, aber an dem „Problem“ arbeitet unsere Presse ja seit bald zwanzig Jahren, um das Vertrauen auch noch zu zerstören). Und so kommen viele zu uns und fragen nach kolloidalem Silber, Terpentinöl oder anderen „Wundermitteln“. Und hier können wir zum Glück durch Verweigerung der Abgabe häufig einen so großen AHA-Effekt auslösen, daß wir dann so an die Kunden rankommen. Denn wer ist nicht überrascht, wenn der Verkäufer sich weigert zu verkaufen.

Erst vor wenigen Tagen hatten wir z.B. die Nachfrage nach „Falco Peregrinus C30“ – gibt es, aus Österreich, und ja, die Lateiner oder Vogelkundigen haben es richtig erkannt, es ist ein Homöopathikum, das aus dem Blut und Federn des Wanderfalken gewonnen wird. (Soll das jetzt gegen geistige oder körperliche Langsamkeit helfen?? Oder ist das für Menschen die zu schnell sind?? Dann müßte ich das mal nehmen….) Ich fragte die Kundin, woher sie das hat und sie meinte ihre Heilpraktikerin hätte das verordnet. Ich konnte nicht anders und habe sie dann aufgeklärt, was genau sie da bekommen soll, da wollte sie dann noch mal mit der Heilpraktikerin sprechen. Ich stehe der Homöopathie jetzt nicht völlig ablehnend entgegen. Ich halte Niedrigpotenzen bis D6 oder D10 für eine Art der Feintoxikologie und Reiztherapie, aber dann doch bitte mit sinnvollen Mitteln, wie Allium cepa (die Zwiebel, bei Fließschnupfen) etc.

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