Vielleicht lautet die sechste Antwort ja anders,

wenn ich sechsmal das Selbe frage. Gestern hatte ich kurz vor Geschäftsschluß einen Anruf der anderen Art. Ich meine mich zu erinnern, die Dame schon einmal am Telefon gehabt zu haben, und da war sie ähnlich … anstrengend. Es begann – so Gespräche beginnen immer ganz harmlos – damit, daß sie fragte, ob es ok wäre Nystaderm Paste auf Rhagaden im After zu schmieren.

Sie hatte das so von Hautarzt verschrieben bekommen. Jetzt fragte sie sich besorgt, ob das Polyethylen, das u.a. die Salbengrundlage darstellt, in ihren Körper kommt. Sie hätte ja Rhagaden, da wäre doch die Haut kaputt und könnte das Polyethylen da nicht durch. Nein, sage ich, Polyethylen ist ein Makromolekül, das geht nicht durch die Haut. – Ja, aber ihre Haut wäre ja doch kaputt.  – Nein, Polyethylen geht nicht durch die Haut, auch nicht durch kaputte Haut. – Ja, sie würde das ja doch auf die Schleimhaut schmieren. – Nein, das geht nicht durch die Schleimhaut. – Ja aber ihre Schleimhaut wäre doch kaputt, wegen der Rhagaden. – NEIN, das geht NICHT durch dis Schleimhaut, auch nicht durch kaputte. – Ja, aber sie hätte das jetzt mit abgelaufenen Latexhandschuhen geschmiert. Könnte da nicht aus den Latexhandschuhen etwas rausgelöst worden sein. – Und hier begehe ich einen SCHWEREN!! taktischen Fehler, und meine, daß abgelaufene, alte Latexhandschuhe vielleicht eventuell …. Sch**** Jetzt geht es von vorne los. Ich werde langsam aber sicher ungehalten, und sage ihr, daß sie sich wiederholt und ich ihr nichts anderes sagen werde. „Ja, aber nur ganz kurz noch ….“ Live – die – repeat, bzw. Frage – Antwort – Wiederholung

Das Ganze geht circa eine Viertelstunde, bis ich komplett entnervt klar stelle, daß ich jetzt Feierabend habe und meine Antwort die Selbe bleibt, nämlich daß überhaupt nichts passieren kann. Hilfe!!!

Meine Hochachtung für alle, die in der Psychatrie arbeiten, und solche Gespräche wohlmöglich täglich führen. Dazu fehlt mir etwas. Ich habe wenig Geduld mit Dummheit oder Zwangsstörungen. Ich weiß es immerhin und bemühe mich in dieser Beziehung toleranter zu werden. Klappt nur nicht immer. Gestern war mein Limit jedenfalls deutlich erreicht bzw. überschritten.

 

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Ein Gedanke zu “Vielleicht lautet die sechste Antwort ja anders,

  1. Ich hätte selbst an guten Tagen Mühe, so etwas 15 Minuten zu ertragen bzw. danach wäre es vermutlich kein guter Tag mehr… 🙂
    …und schon gar nicht 2(0) Minuten vor Feierabend!

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