Ökotest und Arzneimittel

Gestern habe ich erfahren, daß Ökotest allerlei Schmerzsalben „getestet“ hat. Und eine der IMHO besten, V****** Schmerzgel forte, wurde abgewertet. Die Gründe dafür zeigen mal wieder, daß sich Ökotest doch besser daran täte, Kaffeeröster oder Schokoladenhersteller auf Umweltverträglichkeit zu prüfen. Ein Grund für die Abwertung waren die Hilfssstoffe, bzw. Emulgelgrundlagen Paraffin und Polyethylenglycol. Beides im pharmazeutischen Gebrauch übliche und sinnvolle Salbengrundlagen. Die Abwertung dieser Stoffe kommt aus der Kosmetik. Und in meiner Gesichtscreme oder Körpermilch, die ich mir täglich auf die Haut schmiere – das sage ich selber – möchte ich sie wirklich nicht drin haben. Aber in einem Arzneimittel sind sie sehr sinnvoll, grade weil sie einen Okklusionseffekt haben. Das hilft enorm dabei den Wirkstoff durch die Hautbarriere zu schleusen und an den Wirkort zu bringen. Vielleicht hätte Ökotest ja erstmal jemanden gefragt, der sich mit Galenik auskennt.

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8 Gedanken zu “Ökotest und Arzneimittel

  1. Tja, das ist echt eine blöde Sache… Ich schätze die Stiftung Warentest und ihre Tests grundsätzlich sehr (obwohl ich wohl deutlich jünger als die eigentliche Generation Warentest bin), aber leider wagen die sich auch immer mal wieder in Bereiche vor, von denen sie anscheinend eher wenig Ahnung haben ohne sich entsprechende Expertise einzuholen. Z.B. deren erste Smartphone-Test waren eine recht unterhaltsame Lektüre, waren m.M.n. aber auch ziemlich daneben…

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    1. @Jerowski
      Aber Du weißt schon, daß „Ökotest“ und „Stiftung Warentest“ 2 unterschiedliche Institute / Zeitschriften sind?
      Auf beide mögen Deine Aussagen zutreffen – aber der aktuelle Aufhänger – das war Ökotest.

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      1. Oh, danke für die Richtigstellung, habe ich wirklich trotz besseren Wissens in meinem Kommentar in einen Topf geworfen…
        (Wobei ich ja fast glaube, das Ökotest es sogar ein wenig auf die Verwechslung anlegt beim Desing ihrer Siegel).

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  2. Diese Abwertungen wegen PEG amüsieren mich auch immer wieder…besonders die Argumentation, die soweit ich mich erinnere lautet „führt dazu, dass andere gefährliche Stoffe besser die Hautbarriere durchdringen können“.
    Öhm, ja…das ist nunmal einer der Effekte eines Emulgators. Deshalb soll man sich ja auch nicht die Hände eincremen und direkt danach irgendwas gefährliches anfassen.

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  3. Auch ich stimme dir zu… die Abwertung ist aus medizinischen Gesichtspunkten nicht nachvollziehbar, da die Salbe ja genau das tut, was sie soll (und damit sie das tut, wurden diese „fraglichen“ Inhaltsstoffe hinzugefügt)… *kopfschüttel* Ich hoffe es lesen nicht allzuviele meiner Patienten die Ökotest, denn o.g. Produkt wird bei uns oft verwendet (und ich möchte mir gerne die Diskussionen ersparen)

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  4. Ich warte ja auf den Artikel „Ökotest testet Onkologika“. Ergebnis wird dann wahrscheinlich sein, dass alle „Pharma-Industrie“-Präparate aufgrund ihrer toxizität und teratogenität NICHT empfehlenswert(!) sind, während das Präparat von *Wunderschamanen-Doc*[TM] – welches aus reiner 0,9%iger NaCl-Lösung besteht, ökologisch völlig unbedenklich und deshalb uneingeschränkt empfehlenswert ist…

    vergleiche auch hier: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/internationales/nachricht-detail-internationales/betrug-mit-angeblichen-medikamenten-in-oesterreich-aufgedeckt/ Ökotest vergibt ein dickes Plus! *duck&cover*

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