Kranke Kasse

Es gibt ein paar Krankenkassen, die wir Apotheker (und andere Leistungserbringer) nicht wirklich lieben. Weil sie entweder schlecht zahlen, langsam sind oder besonders gerne retaxieren oder alles zusammen.
Es gibt eine Kasse, die schafft es immer wieder alles zusammen zu machen. Drei Buchstaben, klingt im vollen Namen sehr patriotisch und treibt allen Apothekern bei der Nennung die Zornesröte ins Gesicht.Ich hatte grade wieder die Gelegenheit live zu erleben, wie grottenschlecht diese kranke Kasse ist.
Wir haben ja viele Patienten, bei denen wir mitbekommen, daß sie eine Pflegestufe haben und somit auch Anspruch auf die sog. Pflegehilfsmittel. Oft bekommen wir das auch so nebenbei mit, wenn sie häufiger Handschuhe oder Krankenunterlagen bei uns kaufen. Dann klären wir sie über die Möglichkeit auf, pro Monat für vierzig Euro diese Pflegehilfsmittel bei uns zu beziehen. Wir stellen dann auch den Antrag bei der Krankenkasse für sie, was i.d.R. ganz simpel ist. Die Patienten unterschreiben den Antrag, wir faxen ihn an die entsprechende Pflegekasse, die faxt uns dann die Bewilligung zurück und der Patient bekommt meistens dann auch noch eine Bestätigung per Post.
Jetzt also kommt Frau F. mit einem Rezept über wiederverwendbare Bettschutzeinlagen zu uns, die Kollegin fragt sie nach der Pflegestufe und bietet die oben geschilderte Dienstleistung an, die Frau F. natürlich gerne annimmt. Frau F. ist nur blöderweise nicht bei der AOK, sondern der D** versichert, die ist bei uns bei Pflegehilfsmitteln noch nicht vorgekommen.
Ich rufe nun also wie immer, wenn ich eine neue Kasse habe, bei der Kasse an um die Fax-Nummer und die IK-Nummer (die brauche ich für die Abrechnung) der Pflegekasse nachzufragen. Die Mitarbeiterin, die ich dann am Telefon habe ist alles andere als hilfreich. Sie scheint von meinem Ansinnen – also daß die Apotheke den Antrag für die Patientin stellt – ebenso überfordert, wie von der Vorstellung, daß ich diesen Antrag faxen will.
Nein, der Antrag müsse vom Patienten gestellt werden – wird er, ich habe die Unterschrift von Frau F. auf dem Antrag – und er müsse per Post geschickt werden. Und überhaupt müsste doch erst der medizinische Dienst zu ihr. Und dies und jenes und überhaupt ……
Ich könnte es ja versuchen, den Antrag vorab zu faxen, und wenn ich ihn dann per Post nachreiche, könne ich ja auch einen Notiz dazu legen, daß die Genehmigung bitte an uns geht…… Vielleicht geht das. Sie klang aber nicht wirklich überzeugt oder gar zuversichtlich.

Also echt!!! Umständlicher geht es nicht mehr!!! Das habe ich so in dieser Art bei noch keiner einzigen Krankenkasse erlebt. Aber wirklich GEWUNDERT habe ich mich nicht.
Diese Kasse ist übrigens auch eine derer, die für die Inkontinenzversorgung ihrer Mitglieder die unglaubliche Summe von 15 (in Worten FÜNFZEHN) Euro pro Monat zahlt. Dafür könnte ich grade mal dreißig Windeln liefern, also eine pro Tag, oder fünfundvierzig stärkere Einlagen, also ein bis zwei pro Tag. Das ist ok, wenn man nur leicht „undicht“ ist, für einen schwer inkontinenten Patienten  ist das völlig unzureichend.

Ich bin jetzt mal gespannt, wie lange die für die Genehmigung brauchen, und ob sie es schaffen sie an uns zu schicken.
Wenn ihr also auf der Suche nach einer anderen Krankenkasse sein solltet: fragt vorher mal diejenigen, die von Eurer Kasse bezahlt werden wollen, welche Kasse sich durch besondere Leistungen hervortut….. Denn wenn Eure Kasse zwar billiger ist, ihr aber im Falle eines Falles zwei Wochen auf die Genehmigung eines Blutdruckmeßgerätes warten müßt, oder für eine Bandage die Hälfte selber zahlen dürft, dann hat man vielleicht an der falschen Stelle gespart.

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2 Gedanken zu “Kranke Kasse

  1. Die betreffende Kasse ist noch nicht mal so günstig vom Zusatzbeitrag her. (Die viertteuerste)
    Es ist nur so frustrierend, dass gewisse Versorgungsbereiche bei der D** nicht mehr über die Apotheke laufen. Egal ob das jetzt die Mutter ist, die am Freitagabend (und ja Problemfälle kommen immer am Freitagabend) einen Inhalator für ihr Kind braucht, oder die Rentnerin, die seit 2 Wochen auf die Inkontinenzeinlagen für ihren Mann wartet. In beiden Fällen würde ich gerne schnell und unbürokratisch helfen und DARF bei dieser kranken Kasse nicht.

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  2. Welche Krankenkasse/n ist/sind denn gut? Und wie kann man das beurteilen ohne Fachkenntnisse? Ich überlege seit einer Weile zu wechseln, aber ich weiß nicht, nach welchen Kriterien ich die neue wählen sollte. Alle durchprobieren ist auch nicht sinnvoll, also tue ich nichts…

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