Das soll ein Argument sein?

Bei den Kommentaren auf Apotheke-adhoc sind auch immer wieder nicht Apotheker unterwegs. Vermutlich sind das zu 90% Trolle. Jedenfalls klingen manche ihrer „Argumente“ so.
Eines las ich letzthin, bei dem ich mich heute noch frage, ob das ernst gemeint sein kann. Es ging (wieder) um das RX-Versandverbot, und der Kommentator schrieb sinngemäß: Ich habe in fünfzig Jahren  noch nie den Notdienst gebraucht, und wenn ich etwas habe, dann gehe ich zum Arzt und nicht in die Apotheke.
Schön für ihn (und den Diensthabenden), daß er noch nie nachts um zwei an der Klappe stehen mußte. Daraus zu schließen, daß der Notdienst unnötig ist, finde ich dann aber schon mehr als nur egozentrisch.
Wozu braucht es Busse und Bahnen, ich fahre nie damit. Wenn ich irgendwo hin muß, dann laufe ich, nehme das Fahrrad oder steige ins Auto.
Wozu stehe überall diese blöden Laternenpfahle – wenn es dunkel ist, gehe ich nicht mehr vor die Tür.
Warum soll ich Kehrwochendienst machen, ich trete mir immer gründlich die Füße ab, wenn ich das Haus betrete.
Wozu soll ich im Auto einen Verbandskasten haben, ich hatte noch nie einen Unfall und wenn ich einen haben sollte, dann rufe ich sowieso den Notarzt
Das ließe sich endlos fortsetzen.

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3 Gedanken zu “Das soll ein Argument sein?

  1. Das Argument von dem… nennen wir es mal diplomatisch „adhoc-Kommentator“ klingt verdächtig wie: „Und mit Arzt meine ich Notaufnahme!“ Denn, wenn mal akut was nachts ist, man zum ärztlichen Bereitschaftsdienst muss, dann hat man meistens auch etwas mit dem man danch in die Notfallapotheke muss (oder es ist eine Platzwunde zum Nähen… oder so), denn der ärztliche Bereitschaftsdienst hat allerhöchstens ein paar Ärztemuster da (und die passen sicherlich auch nicht für jede Krankheit). Die Notaufnahme kann das wahrscheinlich schon (da hängt ja schließlich die ganze Klinikapotheke dran), freut sich aber ganz sicher nicht über „Kundschaft“, die eben kein Notfall ist und nur alles schön schnell aus einer Hand will (und DAS verursacht noch mehr Kosten im Gesundheitssystem)… Und wenn man nach dem ärztlichen Bereitschaftsdienst mit Rezept bis zu den regulären Öffnungszeiten warten kann, dann hätt‘ man auch nicht zum ärztlichen Bereitschaftsdienst gemusst… (denn dann ist der Leidensdruck offensichtlich nicht so hoch oder man war nicht medikamentenpflichtig krank*).
    Aber wahrscheinlich weiß das der „Kommentator“ alles gar nicht, da er vermutlich in den letzten 50 Jahren auch nicht (oder nur ganz selten) beim niedergelassenen Arzt war. Die schwimmen nämlich nicht mehr in Medikamentenmustern (falls das überhaupt jemals der Fall gewesen ist).

    *besorgte Eltern beim ersten Kind sind hierbei natürlich ausgenommen… sich selbst sollte man aber schon besser kennen

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  2. genau diese leute schreien bestimmt am lautesten, würde unser notdienst-/bereitschaftssystem abgeschafft. könnte ja doch mal was sein…
    es steht immerhin jedem frei sich mal ein land anzuschauen, in dem es kein (vergleichbares) system gibt. ich schätze, da würden solche krakeeler aber dann doch nicht leben wollen.

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