Ketten sind so toll … doch nicht

Es tut sich was in Polen. Dort soll es in Zukunft im Apothekenwesen weniger „liberal“ und „modern“ zugehen. Das Ketten(un)wesen wurde den regierenen Partein langsam aber sicher zu ungeheuer, und so ziehen sie die Reißleine. Es soll in Zukunft wieder das Leitbild vom Apotheker in seiner Apotheke regieren.Das sind Nachrichten, die Wasser auf die Mühlen derer sind, die sich vehement gegen eine weitere „Liberalisierung“ unseres Apothekenwesens wehren. Wobei Liberalisierung eigentlich Merkantilisierung heißen müsste. Der „Markt-Gesundheit“ hat schon lange die Begeherlichkeiten der großen Katipalgesellschaften geweckt.
Eine einzelne Apotheke, und selbst wenn sie 2-3 Miollionen Euro Umsatz hat, ist für diese Gesellschaften natürlich uninteressant. Aber 5.000 davon, das läppet sich dann zusammen. Besonders, wenn man dann beim Einkauf Synergien (Bullshit-Bingo!!) nutzen kann, und mit der Marktmacht dann natürlich auch eine ganz andere Verhandlungsposition hat.
Wie „toll“ Ketten sind, sieht man schön in jeder deutschen, bzw. europäischen Großstadt. Dieter Nuhr (?) hatte dazu einen tollen Sketch. Er hatte eine Wegbeschreibung von einem Freund zu einem Restaurant, wo sie sich treffen wollen. „Du gehts beim ALDI links, beim H&M vorbei, bei der Nordsee rechts und hinter dem Appleshop ist der Subways, da treffen wir uns.“ Er folgt der Beschreibung, aber da ist kein Subways, nur ein Starbucks, aber der Freund kommt nicht. Er wundert sich, bis ihm auffällt, er ist ja in Düsseldorf und nicht in Kölln.
Die Innenstädte sehen alle gleich aus, egal ob du in Frankfurt, Stuttgart oder London bist. überall gibt es Macdonalds, H&M, Subway, Esprit, DM, Rossmann, Swarowsky (wie schafft man es mit Glitzersteinen aus Glas ein Vermögen zu machen? Das sind doch nichts anderes als Straßsteine???!!!) etc. etc.

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4 Gedanken zu “Ketten sind so toll … doch nicht

  1. Wenn ausländische Ketten erst einmal zugelassen sind, bekommt man sie nicht mehr weg. Warum? Weil sie sich dann gegen den Staat dumm und dämlich zwecks Gewinnausfall klagen. Siehe Vattenfall…

    Apropos Vattenfall – Schweden bekommt seine zwei übrig gebliebenen Apothekenketten auch nicht (mehr) in den Griff. Und dabei wollten diese – damals noch als 3 angetreten – doch alles billiger, besser, und auf dem Lande VIEL MEHR machen… Hätte sich die schwedische Regierung lieber schriftlich geben lassen sollen, diese „Versprechen“, statt sich auf das mündliche ver-sprechen der Lobbyisten zu verlassen. Und die deutsche Politik täte gut daran, sich alle Spargel-Versprechen schriftlich geben zu lassen – aber bei den Spargeldampferlobbyisten gilt wohl auch das geflügelte Helmut-Schidt-Wort: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?!

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