Wie oft haben Apotheken eigentlich Notdienst?

Das hängt von verschiedensten Dingen ab. Erstens die Größe des Notdienstbezirks. Stuttgart ist z.B. in vier (!) Notdienstbezirke aufgeteilt, in denen immer mindestens zwei Apotheken Dienst haben. So daß jemand, der in Untertürkheim wohnt nicht zur Apotheke in Zuffenhausen fahren muß. Für Orts-unkundige: Der eine Vorort liegt im Südwesten von Stuttgart und der zweite im Nordosten. Man müßte also einmal quer durch Stuttgart durch. Und das, kann ich Euch sagen, macht keinen Spaß!!!
Es gibt gesetzliche Regeln, wie groß ein Notdienstbezirk sein darf, bzw. welche Entfernung den Patienten zugemutet werden kann. Das kann von 7,5km in Städten bis zu 20-35km in ländlichen Gebieten gehen.
Eingeteilt werden die Dienste und Bezirke von den einzelnen Landesapothekerkammern, die dann das „klein-klein“ an die jeweiligen Turnussprecher abgeben. Die dann auch in „Grenzgebieten“ zusammenarbeiten. So ist z.B. Ulm und Neu-Ulm zwar ein Gebiet, aber ein Ort gehört zu Baden-Württemberg und der andere zu Bayern. Trotzdem machen beide Orte gemeinsam Dienst. Alles andere wäre ja auch Quatsch.
Was auch bei der Einteilung der Dienste beachtet wird – jedenfalls wenn der Beauftragte seinen Job gut macht – sind lokale Gegebenheiten. So kann rein Kilometer mäßig eine Apotheke in einen Bezirk passen, aber die Verkehrsanbindung ist nicht existent. Dann wird diese Apotheke einem anderen Bezirk zugeschlagen, von dem aus sie besser zu erreichen ist.
Und wenn dann mal klar ist, wie groß der Bezirk ist und wie viele Apotheken sich in ihm befinden, dann kommt noch die Frage, ob es so viele Apotheken gibt, daß man immer zwei Apotheken pro Tag einteilen kann oder ob das dann zu viele Dienste pro Apotheke werden.
Natürlich muß auch immer beachtet werden, daß die Häufigkeit der Dienste nicht unzumutbar wird, aber andererseits die Patienten auch immer noch gut zur Apotheke kommen können.
Bei uns ist es zur Zeit so, daß unser Notdienstbezirk recht groß ist und deswegen pro Dienst immer drei Apotheken eingeteilt sind, die das Gebiet abdecken. Das heißt dann, daß wir alle drei Wochen dran sind. Wenn die aktuelle Schließungsrate aber so bleibt, dann wird sich unsere Kammer, bzw. der Turnussprecher etwas einfallen lassen müssen.
Was auch noch bei der Diensteinteilung beachtet wird, sind Sonntage und Feiertage, daß also nicht eine Apotheke immer Sonntags dran ist, oder in einem Jahr Ostern und Weihnachten.
Neben den „vollen“ Diensten gibt es in manchen Gegenden auch noch sogenannte Teildienste. Die gehen dann nur von 18:30 bis 22:00 oder 24:00.
Für diese Dienste bekommen die Apotheker dann aber nichts aus dem Notdienstfont.

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2 Gedanken zu “Wie oft haben Apotheken eigentlich Notdienst?

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