Die Ratten verlassen das sinkende Schiff?

Eine Marke, die seit ich in der Apotheke arbeite – immerhin über zwanzig Jahre – immer Apotheken-exklusiv war, wandert jetzt in die Drogerie ab.
Frei Öl – war mal ein Renner. Inzwischen wurde mal der Name geändert, statt „Frei Öl“ hieß es nur noch „Frei“, dann kamen allerlei Cremes und andere Schmiragelei dazu und wieder weg, dann hieß es doch wieder „Frei Öl“ – es war ein Hick-Hack sondersgleichen.Allderweil sank die Marke in die Bedeutlungslosigkeit ab. Wir haben noch ein paar Exemplare im untersten Regal in der letzten Ecke unserer Freiwahl stehen. Die Bestplazierung bekommen andere Kosmetiklinien, die einmal besser sind und zudem auch besser laufen.
Besonders beliebt hat sich der Hersteller dann bei uns mit einer ganz richtig dämlichen Aktion gemacht: zum Jubiläum bekam jede Apotheke ein Set des Jubiläumsausgabe ihrer Produkte unaufgefordert zugesendet. Wer dann nicht das Kleingedruckte im Begleitschreiben laß, dem flatterte dann ein paar Monat später eine Rechnung über die ganze Chose ins Haus. Kam wirklich nicht gut an…..
Es geht also zum eine Kosmetikserie, die in der Apotheke so gut wie gar nicht mehr nachgefragt oder gar aktiv vermarktet wird. Im Prinzip kratzt es uns jetzt nicht wirklich, aber dennoch dachte ich: „Aha, die Ratten verlassen das sinkende Schiff.“ Es sieht schon grade eher düster aus für uns.
Die Konkurrenz aus dem Internet ist eins, aber die Drogeriemärkte drängen auch mit Macht in unsere Domäne ein. Man sehe sich nur mal die Regalmeter mit Gesundheitsprodukten in jedem belibigen DM oder Rossmann an. Klar, Beratung machen die keine, aber wozu gibt es schließlich Tante Google, oder man stellt einen PC hin, ab dem die Kunden ihre „Gesundheitstipps“ bzw. ihre „Beratung“ selber holen.

Schöne Aussichten….

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2 Gedanken zu “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff?

  1. Da mit dieser merkwürdigen Aktion mit dem „JKleingedruckten“ habe ich damals mitbekommen. Eine nicht nur sehr unverschämte sondern auch extrem dämlich Aktion – so geht man nicht mit Vertriebspartnern um, wenn man weiterhin was von ihnen will.
    Allerdings denke ich (ohne da irgendwelche Interna zu kennen, reine „Intuition“), dass das sinkende Schiff in diesem Fall nicht die Apotheke sondern die Firma ist. Wer seine bisherigen Partner nicht mehr so recht von seinen Produkten überzeugen kann und es sich dann mit vielen davon durch eine bescheuerte Aktion auch noch ziemlich verscherzt, hat vermutlich deutliche Einbußen und muss sich andere Vertriebswege suchen, wenn er die Firma irgendwie retten will.

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  2. Mit etwas „gutem“ Willen seitens der Apotheken wird Frei das neue Kwai… Erst die Drogerie, dann die Pleite. Der Absprung kommt zu spät.

    „Plantur 39“ hat vorgemacht, wie es (für die Apotheken dumm) geht. Den Absprung in die sekundären Verdriebswege muss man knapp vor dem Höhepunkt der Umsätze schaffen. Nun verkaufts jeder Frisör, bei uns ist es aus dem Bestand rausgeflogen. Lustig ist, dass es beim Frisör teuerer ist als bei uns – aber der Wille des Kunden ist sein Himmelreich… oder?

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