Ein Irrer Tag

Der Tag begann schon gut. Eine Kundin behauptete steif und fest, sie hätte immer Metformin 850, obwohl die Arztpraxis als auch unsere Rezeptabrechnung ergaben, dass sie nie die 850mg hatte sondern immer 500. Darüberhinaus beschuldigte Sie uns, dass wir ihren Befreiungsausweis verschlampt hätten. Sie hat uns den nie vorgelegt. Wir haben selber bei der Krankenkasse angerufen und den Status erfragt.

Dann ging es weiter. Die Praxis mit den IMHO dümmsten und faulsten MFAs sollte einer Patientin das „aut-idem“ Kreuz machen. Dieses Kreuz ist nun schon seit bald zehn Jahren täglich Brot in allen Apotheken und Arztpraxen. So daß man wirklich mit Fug und Recht erwarten kann, daß jede halbwegs fähige MFA in der Lage ist den Wunsch eines Patienten nach „einem Kreuz auf dem Rezept“ richtig zu verstehen und eben in dem dafür vorgesehenen Feld ein Kreuz aufzubringen und selbiges dann auch abzustempeln. Nein, diese Praxis ist das Beispiel dafür, dass man das offensichtlich nicht erwarten kann.  Sie haben das Kreuz beim „befreit“ gemacht und abgestempelt. Wir haben alle einfach nur fassungslos dem Kopf geschüttelt.
Nach diesem Beginn des Tages hat es uns dann auch nicht mehr verwundert, daß wir vom Großhandel statt der Bündelpackung mit fünf mal zehn Ampullen nur eine Packung geliefert bekommen haben. Die Kunden haben es zum Glück mit Humor genommen, und waren gewillt noch mal wiederzukommen.
Die Klinik die wir beliefern war der festen Überzeugung die falsche Ware geliefert bekommen zu haben (die sie vermutlich falsch bestellt hatten).
Der Großpack Fresubin, den wir heute Abend liefern sollten, war nicht bestellt, weil man einen alten Auftrag wieder aufgenommen hatte und da weiter gearbeitet hat. Jetzt müssen wir das morgen liefern, weil es natürlich nicht bis Montag warten konnte.
Der Grieche, der kaum Deutsch kann, war heute sicher schon zum siebten Mal bei uns und wollte die Pflaster für sein Stoma abholen, die wir nicht haben und auch nicht bestellen können. Dem wir auch schon genauso oft erklärt haben, daß er das im Sanitätshaus holen muß. Heute hat ihm unsere neue PTA Praktikantin, die auch Griechin ist zum zweiten Mal auf griechisch erklärt, wo das Sanitätshaus ist. Ich bin ja gespannt, wann er wieder auftaucht…..
Und ganz zum Schluß, als ich mit meiner Kollegin die Apotheke verlasse und ich noch mal – wie immer – zum Test die Zugangstür aufmache, stellt sich raus, daß sie nicht abgeschlossen war. Das heißt, daß der Alarm ausgelöst wurde. Wir mussten also noch mal zurück, den Alarm abschalten und die Sicherheitsfirma anrufen um Bescheid zu geben.
Aber immerhin: den Gehwegständer hatten wir nicht draussen vergessen! Das passiert auch schon mal, und dann muß man wieder in die Apotheke, den Türschlüssen aus dem Schlüsseltresor holen, den Alarm abschalten, die Eingangstür „entrammeln“, öffen, das schild reintragen und dann wieder alles verrammeln, den Alarm einschalten, den Schlüssel wegschließen und dann darf man endlich heim.
Aber eines war heute einfach nur toll: trotz all dem Mist, all dem was schief ging, wir hatten alle eine super gute Laune und haben viel und herzlich über alles gelacht.

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