Ja – Nein – Also dann doch – oder eben nicht

Heute war eine Kundin da, die wirklich schwierig war. Es gegann damit, daß sie telefonisch Cipralex 20mg/ml Tropfen vorbestellte. Die Praxis schrieb ein Rezept über Cipralex 10mg/ml Tropfen auf. Als die Tochter der Kundin mit dem Rezept kam und das Medikament abholen wollte, fiel das natürlich auf.
Da die Tochter aber selber nicht über irgendetwas entscheiden wollte (im Nachhinein weiß ich jetzt auch warum!), bezahlte sie nur die Tropfen und ließ das Rezept bei uns zum ändern. Die Mutter sollte dann selber kommen um es zu holen.
Die Arztpraxis änderte das Rezept auf Tabletten.
Das wollte die Kundin nun gar nicht und ging selber wieder in die Praxis um sich die Cipralex Tropfen (mit aut idem kreuz) verordnen zu lassen.
Sie kam dann also wieder und bekam von mir die Tropfen.
So weit so gut.
Jetzt muß man bei den Cipralex Tropfen allerdings zusätzlich zu den 5,-€ Rezeptgebür noch eine Festbetragsdifferenz von satten 19,57€ zahlen.
Das versuchte ich ihr zu erklären – mehrmals, mit unterschiedlicher Wortwahl. Sie hat es nicht kapiert.
Ich bot ihr an, daß sie auch das Generikum bekommen könnte, welches dann aber Escitalopram Heumann heißt. Das wäre auch das Vertragsarzneimittel der Krankenkasse und sie hätte nicht einmal die Rezeptgebühr zahlen müssen.
Aber das war schon gar nicht recht. Und so endete die Geschichte wie das Hornberger Schießen: wir mußten alle Tropfen und Tabletten retournieren und sie „redet noch mal mit dem Arzt“.
Das sind die Momente, in denen wir dann viel Schokolade brauchen.

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3 Gedanken zu “Ja – Nein – Also dann doch – oder eben nicht

  1. „Cipralex 10mg/ml Tropfen“ finde ich nur noch als Reimport, AußerVertrieb-gemeldet am 01.02.2015 und damit seit 2 1/2 Jahren nicht mehr im Handel. Es steht also zu vermuten, dass der Arzt seine Software seit 3 Jahren nicht mehr (oder nicht ausreichend) aktualisiert hat. Wie war das gleich mit „Apotheken sind nicht uptodate“?

    Andererseits, wenn man sich die Indikationsliste von Cipralex anschaut, kann man der Patientin nicht mal böse sein, dass sie die Gesamtproblematik nicht kapiert. Warum sich aber ausgerechnet dann neurologische / psychologische Praxen so BESCHEUERT haben und dann auf beratungsresistent schalten, ist mir nicht nachvollziehbar.

    Übrigens – laut SGB V ist der verordnende Arzt verpflichtet, über die Notwendigkeit UND Höhe der Festbetrags-Aufzahlung zu informieren (und auch über die möglichen festbetragsfreien Alternativen den Patienten aufzuklären). Das habe ich tatsächlich in um die 15 Jahre Berufserfahrung bisher nicht ein einziges Mal erlebt… Und so aktuell, wie die Datenbanken der Arztcomputer immer sind, wudert mich dies auch gar nicht.

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  2. Meiner Erfahrung nach sind – z.T. auch in den aktuellen Versionen der Arztsoftware – nur die Festbetragspreise hinterlegt. Ich hatte schon mehrfach das Phänomen, dass er Arzt der Patientin versicherte, dass Sie nichts dazu zahlen müsse und diese dann bei uns ob der zu leistenden Zuzahlung eher sparsam aus der Wäsche schaute. Und das bei einer Praxis, deren Software tatsächlich (! ehrlich! ich hab’s gesehen!) spätestens alle 3 Monate aktualisiert wird. Da war auch bei „schon-lange-bekannt-dass-weit-über-Festbetrag-Medikamenten“ nix zu sehen.

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