Kapieren sie es langsam?

Da bringt doch das ZDF-Mittagsmagazin tatasächlich einen Beitrag zum Apothekensterben, der nicht nur sachlich richtig ist, sondern auch positive Stimmen zu den Apotheken und ihrer Beratung zuläßt.
Der Kollege, der dabei zu Wort kommt – ein ehemaliger Kommilitone von mir, wie lustig – kann die Botschaft, daß wir seit Einführung der neuen AMPV komplett von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt sind, gut rüber brigen.Das mit der mangelden Anpassung der Honorare ist übrigens auch bei den Ärzten ein Thema: deren Gebührenordnung ist seit 1996!! unverändert. Zwar rechenen Ärzte inzwischen bis zu 3,5 mal den einfach Satz ab, aber trotzdem ist es nicht ok.
Wobei AFAIK die GOÄ nur für Privatleistungen verwendet wird, da im GKV-Bereich mit (Gummi)Punkten gerechnet wird. Und den Punktwert erfahren die Ärzte erst bei der Abrechnung.

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3 Gedanken zu “Kapieren sie es langsam?

  1. Nun ich bin nicht niedergelassen oder so etwas… aber ich glaube die niedergelassenen Kollegen erfahren den Punktwert tatsächlich 2 Quartale nach der Abrechnung. Aber ich könnt‘ auch irren.

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  2. Trotzdem wird die Gummipunkt-Abrechnung der Ärzte regelmäßig nach oben angepasst. Jedes Jahr.

    Man könnte sagen: Die Ärzte bekommen weniger vom mehr. Die Apotheken bekommen dafür immer mehr vom weniger.

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  3. Zu meinem Kommentar ergänzend…

    Hier wieder der neidvolle Blick auf unsere effektive Arztvertretung, denn die Ausgaben für niedergelassene Ärzte an GKV Honorar sind von 2004 mit 21,86 Mrd bis 2016 auf 36,53 Mrd gestiegen die Anzahl der niedergelassenen Ärzte ambulant (angestellt in Praxis und selbstständig) von 133 000 auf 152 000. Das ergibt eine Steigerung von 164 000 auf 242 000 im Durchschnitt. Das entspricht einer relativen Steigerung von 47% und einer effektiven um 24%. Ausszug vom Kommentator „PeterOchemie“.

    In Apotheken… „Stiegen von 2004 bis 2017 … gezahlten Tariflöhne um 25,7 Prozent, habe demgegenüber der Honorarzuwachs der Apotheken nur 13,8 Prozent betragen. Ausszug vom Kommentar „Thomas Eper“

    Unsere „Erhöhung“ setzt sich aus drei Prozent Honorarerhöhung und einer Steigerung der Packungszahlen zusammen. Auch hier stimmen die 13,8 % Steigerung argumentativ. Inflationsbereinigt aber haben wir aber ein dickes, fettes Minus zu 2004 im Bereich RX zu verzeichnen. Von daher ist es zwar schön dass wir 13,8% mehr Honorar 2017 als 2004 bekommen, aber diese Zahl steht auch nur auf dem Papier. Denn in diese Zeitraum schlug die Inflation mit ca 23% zu Buche. Mehr auf dem Papier aber 9,2% weniger Kaufkraft. Ausszug vom Kommentator „PeterOchemie“.

    Alles zu finden hier: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/so-wenige-apotheken-wie-vor-40-jahren-saarland/

    Was übrigens bei der Erhöhung der Vergütung DURCH die der Packungszahlen NICHT erwähnt wird, ist das MEHR an Arbeitsleistung, dass die „Erhöhung“ der Vergütung automatisch wieder frisst.

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