Unverschämt! Jawohl!

Das war der empörte Kommentar einer Kundin dazu, daß die Teststreifen von ihrem Blutzuckergerät verfallen.
Die volle Geschichte klingt dann etwas anders:
DieKundin kommt zu mir mit ihrem Blutzuckermeßgerät und sagt, daß dies kaputt wäre. Ich nehme das Gerät (immerhin mal eins, das nicht blutverschmiert ist – thank god for small mercies) und checke wie immer erstmal ob die Batterie ok ist. Da ist kein Problem festzustellen. Dann Schritt zwei: einen Teststreifen einführen und sehen, was passiert – genau das, was passieren soll, der Code wird angezeigt und dann die Anzeige, daß ich das Blut auftragen soll.
Also am Gerät liegt es schon mal nicht, wenn es nicht messen will.
Also frage ich: welche Fehlermeldung kommt denn? – „Error – weiß nicht“
Jetzt kann es eigentlich nur noch an einem liegen: wie alt sind die Teststreifen? „…äh – keine Ahnung, ich messe nur sehr unregelmäßig.“
Und dann begann sie über die böse „Pharmaindusrite“ zu schimpfen, die sie zwingt ständig neue Teststreifen zu kaufen. Als ich sie dann freundlich darauf hin wies, daß selbst wenn sie nur einmal pro Woche misst, die Packung mit fünfzig Streifen sehr wohl lange genug hält.
Das wollte sie nicht wirklich hören….

Ein Gedanke zu “Unverschämt! Jawohl!

  1. Hatte ich auch alles schon. Solch Kandidaten habe ich damals[TM] (als das Verschenken von kostenlos erhaltenen BZ-Messgeräten noch keine „Korruption“ war) meist einen AccuCkek-Sensor und später nen AccuChek-Aviva angeboten, weil es da Teststreifenpackungen mit 10 Teststreifen Inhalt gab.

    Ähnlicher Fall: Patientin (als „schwer zu händelnde Person“ bekannt und nicht an Diabetes erkrankt) steht so im Jahr 2014 vor mir und will ein „Glucometer Dex“-Messgerät von mir haben. Weil ihre Mutter verstorben ist, und (angeblich) so ca. 50 Packungen á 50 Teststreifen ungenutzt hinterlassen hätte; sie möchte diese Teststreifen jetzt so langsam aufbrauchen. Das „Glucometer-Dex“-Gerät wurde vor vielen Jahren vom „Ascensia-Breeze“ und dann vom „Ascensia-Breeze-2“-Gerät ersetzt. Da man aber auch bei den Nachfolgern das Konstruktionsproblem mit der sich verbiegenden bzw. abbrechenden Klinge (mit der das Gerät die Teststreifen aus einem Blister schnitt) nicht lösen konnte, wurde es vor langem schon vom Markt genommen. Die „Ascensia-Breeze-2“-Teststreifen (die nur ins Breeze-2-Gerät passten) hat der Hersteller ca. 2008 vom Markt genommen. Ich habe dann der Patientin geraten, erst mal die Verfalldaten der Teststreifenpackungen zu inspizieren – ich gehe davon aus, dann diese Packungen alle mindestens 6-10Jahre über das Aufbrauchdatum waren. Und ich habe ihr erklärt, warum man so uralten Teststreifen nicht mehr vertrauen sollte, auch wenn man ein Gerät hätte, welches die noch akzeptiert.

    Ist aber halt auch schön, wenn man sich überlegt, was solche nie verbrauchten Produkte, die ja die Solidargemeinschaft immer treuherzig bezahlt hat, für Kosten verursacht haben. So eine 50ger Teststriefenpackung liegt bei plusmunis 25€. 50×25€ = 1.250€. Die hätte man sicher anderweitig sinnvoll einsetzen können…

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