QMS – doch Quatsch mit Soße?

Unsere QMS-Beauftragte schlägt sich jetzt seit einer Woche mit dem neuen Kapitel unseres QM-Handbuches herum, genannt: Notfallplan.
Jawohl, wir werden im Falle eines Falles wissen, wie wir weiterarbeiten, wenn Terroristen ein Flugzeug im oder auf dem KKW in Neckarwestheim landen, und anschließend im Großraum Stuttgart der gesamte Strom ausfällt.
WIR HABEN EINEN PLAN!
Deutschland kann jetzt beruhigt schlafen, denn wir werden  in der Plauder-Apotheke weiterhin – dank Notfallplan – in der Lage sein die Fertigarzneimittelprüfungen, die wir SELBSTVERSTÄNDLICH auch im Kathastrophenfall täglich durchführen werden, ordnungsgemäß dokumentieren können. Auch wenn die Computer nicht mehr tun (ich erinnere: KKW – Terroristen – Flugzeug – Stromausfall), denn wir haben jetzt ein BLANKOFORMULAR! Und nicht nur dafür sind wir gerüstet, wir können auch den Erwerb und die Abgabe von Tierarzneimitteln, Betäubungsmitteln, Sera und Import-AMn dokumentieren.
Auch an den Automaten haben die Erdenker unseres Notfallplanes in ihrer unendlichen Weisheit gedacht: wir werden nämlich solange die (neu anzuschaffende – aber Geld spielt ja keine Rolle) Unterbrechungsfreie Stromversorgung für den geregelten Shut-Down unserer PCs läuft schnell noch in fünf Minuten mit dem (auch neu zu kaufenden) Hochleistungslaserdrucker den Bestückungsplan des ROWA ausdrucken – vermutlich schlappe tausen Seiten. Dann werden wir mit einer Stirnlampe (das steht wirklich so da drin!!) und dem Bestückungsplan bewaffnet im Automaten herumturnen und die Päckchen rausholen. Eventuell können wir den QM-Auditor überzeugen, daß auch ein I-PAD reicht, auf dem der Bestückungsplan gespeichert wird….
Wofür es keinen Plan gibt, ist die Frage wie wir kassieren wollen, woher wir Preise nehmen, und natürlich werden die Kranken Kassen volles Versändnis dafür haben, daß wir keine Rabattverträge berücksichtigen konnten und uns nicht acht Monate später retaxieren.
Auch an Securphar ist gedacht: die Barcodes der abgegebenen Packungen werden fotografiert und nachträglich aus dem System ausgebucht…..
QMS – ich denke es heißt doch Quatsch mit Soße.

2 Gedanken zu “QMS – doch Quatsch mit Soße?

  1. Und wenn dann SecurPharm-Codes nachgebucht werden, und die bereits abgegebenen Packungen als „Fälschungsverdacht“ verifiziert wird, wird SOFORT die Apotheke abgeschlossen, damit der Apotheker höchstpersönlich dem Patienten (der natürlich gemäß Plan zu Hause zu sein hat) die Packung zu entreißen, bevor eine Tablette eingenommen werden kann…

    Habt ihr mit SecurPharm schon angefangen? Ich habe es seit vorgestern aktiviert; gestern hat das System wie blöde geklemmt (Rückmeldezeiten von zum Teil 30 Sekunden pro Packung statt der versprochenen 0,3 Sekunden),

    Gefühlt 2 von 3 Packungen tragen derzeit keinen Code, oder einen falschen. Alles muss man von Hand eingeben, dass es eien Packung ohne Code ist, und man selber dafür gerade steht, ob die Packung echt oder gefälscht ist.

    So ein Schwachsinn!

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  2. Übrigends, mit OHNE Strom kannst Du die Apotheke auch mit QMS-Plan knicken. Schon die tagesaktuelle Auswertung der Rabattverträge samt deren Belieferungszwang ist ohne Computer unmöglich. Das Kassenbuch zu führen ist nicht mehr zu schaffen. Du kannst keine korrekten Quittungen mehr ausstellen, zu deren Herausgabe Du gesetzlich verpflichtet bist. Du kannst ja nicht mal mehr die Zuzahlung korrekt bestimmen, die Du einbehalten musst. Und schließlich und endlich geht auch die Automatik-Tür nicht mehr auf, und eine „normale Tür“ darf man ja aus Inklusionsgründen nicht mehr haben. Nur eine kleine Auswahl, was nicht mehr geht, zu was Du aber gesetzlich verpflichtet bist.

    Wir hatten so einen Fall schon – also totaler Stromausfall. Ein ein paar Rezepten haben wir helfen können (wenn alles klar war, Novaminsulfon-Rezept für AOK z.B.), andere musste ich schleichtweg ablehnen, das ich weder Preise noch Rabattverträge im Kopf haben kann. In Zukunft schicke ich dann einfach eine Brieftaube ans Amt mit der Anzeige einer Sonder-Schließzeit (unter Umgehung der Pflichtöffnungszeiten) aufgrund „höherer Gewalt“. DIe Genehmigung oder Ablehnung dieses Antrags trifft frühenstens mit Funktionsfähigkeit der Stromzufuhr ein, es sei denn, das Amt schickt einen berittenen Boten.

    Wir hatten auch schon totalen Kommunikationsmittel-Zusammenbruch. Kein Telefon udn kein Internett über mehrere Tage. Da bekommst Du die Kriese. In Zukuft auch nicht mehr möglich, da SecurPhar wohl nicht vorsieht, mehrere Tage im Nachbuchungsmodus zu arbeiten. Lustig, wenn Dich dann ein Telefonanbieter ohne Grund vom Netz nimmt, aber jegliche Verantwortung ablehnt. Ist ja DEIN Telefon, und nicht sein. Dem gehört nur die Leitung, die der Techniker im Kasten VOR Deiner Tür ausversehen abgeklemmt hat, weil er nen Anschluss verwechselte.

    Mehr als Schwachsinn alles, aber politisch so gewollt. Für solch gesetzlichen Murks muss ich mir keinen Plan für QMS ausdenken.

    Ach ja – das mit dem Audrucken der Bestückung eines Automaten (allerdings anderes Modell) habe ich tatsächlich mal so gemacht. Das war, bevor Sturm „Kyrill“ durch Deutschland zog, in Vorbereitung dessen. Aber gebraucht wurde die Liste dann nicht.

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