Das war eine schwere Geburt …

…. Die Ernährungsberatung, die ich gestern gemacht habe. Normalerweise dauern die Besprechungen des Metachecks eine halbe, maximal eine Dreiviertel Stunde. Gestern war es (gefühlt) der gesamte Nachmittag. Tatsächlich hat mich die gute Frau über anderthalb Stunden mit Beschlag belegt. Ich habe noch so viele (dämliche) Fragen gehabt. Was ist der Unterschied zwischen Kuhmilch und Ziegenmilch? Hat die Ziegenmilch mehr Kalorien als die Kuhmilch? Ist Stevia gesünder als Zucker? Was hat mehr Kalorien: Käse mit 20% Fett oder einer mit 45% Fett? 

Grade die letzte Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, da sich der Fettgehalt ja auf Fett in Trockenmasse bezieht. So kann es sein, daß ein kleines Stück 45%iger Käse weniger Fett und Kalorien hat als eine ordentliche Portion 20% Frischkäse. Bei solchen Fragen muß selbst ich zu Waage und Taschenrechner greifen.

Zu Stevia, Süßstoffen und Zucker habe ich sowieso eine ziemlich klare Meinung, ich würde immer klassischen Zucker allem vorziehen und den dann dafür sehr sparsam verwenden. Grade Stevia ist noch so „natürlich“ wie Gummireifen. Beides war mal ein Naturprodukt, wurde aber diversen Verarbeitungsschritten unterzogen und hat keinerlei Ähnlichkeit mehr mit dem Ausgangsstoff.

Selbstverständlich kam auch die Frage: ist ein Dinkelbrot nicht viel gesünder (und bei ihr gestern auch: hat weniger Kalorien) als ein Weizenbrot? Nein, nicht unbedingt. Ein Weizenvollkornbrot, das noch traditionell gebacken wurde ist ohne Frage gesünder und bekömmlicher, als ein Dinkelbrot aus der Brotfabrik, das mit Auszugsmehr und diversen Backhilfen in Zeitraffer hergestellt wurde. Und nein, ein Vollkornbrot hat nicht notgedrungen auch Körner drin. Und ein Mehrkornbrot ist nicht zwangsläufig auch ein Vollkornbrot. Manche Bäcker sind enorm erfindungsreich, wenn es darum geht Brote zu benennen ohne etwas über den wahren Inhalt zu verraten. Ein Vollkornbrot kann auch hell sein, wenn ich aber zum Auszugsmehl noch Zuckerkulör reinkippe, dann sieht mein Brot gleich viel gesünder, weil dunkler aus. (Ich entschuldige mich an dieser Stelle gleich bei allen Bäckern, die ihre Arbeit noch lieben und gutes Brot backen! Es gibt sie!)

Ich kann nur eins zum Abschluß sagen: das war sauer verdientes Geld!!!

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7 Gedanken zu “Das war eine schwere Geburt …

    1. Ich habe mal gehört, dass Süßstoffe die Insulinproduktion anregen, wie es beim Zucker richtig wäre, den sie vorgaukeln. Dann holt sich der Körper den Zucker durch Appetit.
      Daher werden Süßstoffe auch in der Tiermast eingesetzt.

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      1. Diese Theorie gibt es. Sie konnte aber bisher nicht wirklich bewiesen oder widerlegt werden. Das mit den Süßstoffen in der Tiermast könnte auch schlicht deswegen sein, um die Pampe einigermaßen essbar für die Tiere zu machen.
        Es deutet aber viel darauf hin, daß der regelmäßige Konsum von süßen Getränken (egal ob mit echtem Zucker oder Süßstoff) die Gefahr Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder andere Stoffewchsel bedingte Krankheiten zu bekommen erhöht.

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      2. Soweit ich weiss, werden Süssstoffe nicht in der Tiermast eingesetzt, sondern dabei, Ferkel von der Muttermilch auf normales Futter umzugewöhnen. Und das mit dem Insulin stimmt auch nicht, wenn man meiner Quelle glaubt (Fettlogik überwinden, Nadja Hermann)

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  1. Du, so kreativ können die Bäcker gar nicht sein. Die haben nämlich Leitsätze, nach denen die sich richten. Und da sind die Zusammensetzungen klar definiert.

    Allerdings….wenn man Brot auf länger haltbar trimmen muss, führt nun mal kein Weg an Zusatzstoffen vorbei.

    Vollkorn bezieht sich immer aufs Mehl. Das heißt, wie viel vom Getreidekorn wurde vermahlen. Roggenvollkorn hat z,B, die Typenzahl 1790 oder 1800.

    Was landläufig so Körner genannt wird sind Ölsamen. Also Kürbiskern, Leinsaat, Sesam…..Damit steigt das Brot im Kaloriengehalt schon an. Und die haben mit dem Backvorgang an sich nichts zu tun, die sind ne Zutat. Wie die Rosinen im Rosinenbrötchen.

    Technisch gesehen backt man Brot aus Mehl, Sauerteig, Wasser, Hefe (bei manchen Sorten), Salz.

    Roggenvollkornbrot hat auch von Natur aus eher eine Grautönung.

    Das mit dem Färben hast Du ja erklärt. Woher die irrige Meinung kommt, das dunkles Brot gesünder sei, das frag ich mich auch ständig.

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    1. Ich wollte „echten“ Bäckern hier nicht auf die Füße treten, aber das was ich in sog. Backshops und leider auch in vielen Großbäckereien als Brot verkauft bekomme, hat mit selbigem nicht mehr viel zu tun. IMHO! Wobei es sehr vielen Verbrauchern überhaupt nicht klar ist, was jetzt wirklich ein Vollkornbrot ist. Sie lesen „Fitkornbrot“ oder „Mehrkornbrot“ und denken = Vollkorn = gesund.

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