Chaostag

Heute war ich zwar nur am Nachmittag in der Apotheke, aber das hat mir gereicht! Die Arztpraxis im Haus hatte nämlich die letzten zwei Wochen Urlaub, und heute wurden sie fast überrannt und wir dem zu folge auch. Ich hoffe mal, daß ich wenigstens morgen Nachmittag nacharbeiten kann, was ich heute nicht mehr fertig bekommen habe. Jetzt werde ich gemütlich einen Tee trinkend ein Webinar hören und mich ausruhen.

Man kann es ja mal probieren

Wir haben bei uns eine Gruppe von Indern(?), alle mit dem selben Nachnamen (vermutlich die indische Version von Müller oder Schmit), die vom Arzt im Haus alle recht regelmäßig Tramadol Tropfen verordnet bekommen. Jetzt hat der Arzt sein Beginn diesen Jahres nicht mehr Mittwoch Nachmittags geöffnet. Heute standen also zwei Mitglieder dieser Sippe nachmittags bei uns und wollten ihre Tramaltropfen. Sie würden doch morgen das Rezept bringen!

Nein, gibt es aber nicht. Es sind inzwischen immerhin drei Monate vergangen, und es wurde im alten Jahr schon lange vorgewarnt, daß sich die Sprechzeiten verändert haben. Nicht mein Problem.

Ballaststoffe, die Alleskönner

Ballaststoffe sind hinreichend bekannt für Ihre positiven Auswirkungen auf den Stuhlgang. Dafür werden sie sogar therapeutisch eingesetzt. Sie können aber noch viel mehr. Der Name ist leider nicht gut gewählt und es haftet ihm auch immer noch ein leicht negativer Touch an. Da haben sie es in den englisch sprachigem Raum besser, dort nennt man sie einfach: „Fibre“ also Fasern, oder Faserstoffe. Eine Bezeichnung, die sich bei uns nicht durchgesetzt hat. Weiterlesen

Eine Idee, um sich gut zu fühlen

Heute mal ein Rezept, wie Du Dich ganz einfach besser fühlst, ohne Medikamente, Essen oder Schokolade zu verwenden.

Sage heute einem fremden Menschen etwas Nettes.

Lobe die Gärtner des Parks dafür, daß der so schön ist. Sag einer Frau an der Ampel, daß ihr der Mantel richtig gut steht oder dem Verkäufer an der Käsetheke, daß Du ihn dafür bewunderst, daß er die ganzen Namen kennt. Oder schenke doch einfach der Kassiererin, die Du magst, weil sie immer so freundlich ist, eine Blume oder etwas anderes Kleines. Und wenn es das Münz Wechselgeld ist für die Kaffeekasse ist (die hat doch jeder).

Sage heute Danke schön, und wenn es nur dafür ist, daß Dir jemand nicht im Weg steht. Ich garantiere Dir, daß es Dir heute Abend besser geht.

Selbstgemachte Kräcker

Jetzt ist die Diät Zeit, alle versuchen vorm Sommer den Winterspeck loszuwerden. Dann sind Chips und Konsorten tabu. Aber manchmal braucht es was zum knabbern. Hier eine leckere Alternative, die definitiv weniger Kalorien hat und leicht selber gemacht werden kann. Außerdem kann man das Rezept je nach Vorratsschrankinhalt abwandeln. Die Kräcker passen auch gut zum Wein oder einer Käseplatte. Weiterlesen

Warum Apotheken doch ganz sinnvoll sind

Ab und zu müssen wir die Menschen nämlich auch vor sich selber (oder auch anderen) schützen. Oder können das, indem wir die Abgabe vom Verlangten verweigern. Der Gerechtigkeit Willen muß ich vorher sagen, daß ich noch nie versucht habe zehn Packungen Paracetamol im Versand zu bestellen. Weiterlesen …Aber Gerüchten nach, bzw. von Kollegen wurde das schon versucht und es ging ohne weiteres. Jetzt muß aber der Kunde, der bei mir in der Apotheke steht, mir schon sehr gut erklären können, warum er so viel braucht und selbst dann könnte es gut sein, daß ich ihm nur fünf oder zwei Packungen gebe. Natürlich kann er/sie dann einfach in die nächste Apotheke gehen (und wie wir ja wissen gibt es in Deutschland laut anerkannter öffentlicher Meinung „an jeder Ecke eine Apotheke“, höm) und dort das gleiche versuchen. Wenn es sich jetzt aber um jemanden handelt, der etwas Dummes damit vor hat, so hoffe ich, daß jeder Schritt, den er mehr tun muß um an sein Ziel zu kommen, ihm vom Selben abbringt. Und wenn nicht nur eine Person erzählt, daß Paracetamol nicht harmlos ist, sondern fünf, dann kommt die Nachricht vielleicht eher an.

Aber es sind ja nicht nur ganz normale, zugelassenen Arzneimittel, mit denen Schindlunder getrieben wird (werden kann). Das Netz und die sozialen Medien sind voll mit abstrusen und gefährlichen „Wundermitteln“. Viele davon kann man inzwischen leider!! problemlos direkt übers Netz bestellen, aber es gibt doch zum Glück immer noch viele Menschen, die diesem Weg misstrauen, aber der Apotheke vertrauen (noch, aber an dem „Problem“ arbeitet unsere Presse ja seit bald zwanzig Jahren, um das Vertrauen auch noch zu zerstören). Und so kommen viele zu uns und fragen nach kolloidalem Silber, Terpentinöl oder anderen „Wundermitteln“. Und hier können wir zum Glück durch Verweigerung der Abgabe häufig einen so großen AHA-Effekt auslösen, daß wir dann so an die Kunden rankommen. Denn wer ist nicht überrascht, wenn der Verkäufer sich weigert zu verkaufen.

Erst vor wenigen Tagen hatten wir z.B. die Nachfrage nach „Falco Peregrinus C30“ – gibt es, aus Österreich, und ja, die Lateiner oder Vogelkundigen haben es richtig erkannt, es ist ein Homöopathikum, das aus dem Blut und Federn des Wanderfalken gewonnen wird. (Soll das jetzt gegen geistige oder körperliche Langsamkeit helfen?? Oder ist das für Menschen die zu schnell sind?? Dann müßte ich das mal nehmen….) Ich fragte die Kundin, woher sie das hat und sie meinte ihre Heilpraktikerin hätte das verordnet. Ich konnte nicht anders und habe sie dann aufgeklärt, was genau sie da bekommen soll, da wollte sie dann noch mal mit der Heilpraktikerin sprechen. Ich stehe der Homöopathie jetzt nicht völlig ablehnend entgegen. Ich halte Niedrigpotenzen bis D6 oder D10 für eine Art der Feintoxikologie und Reiztherapie, aber dann doch bitte mit sinnvollen Mitteln, wie Allium cepa (die Zwiebel, bei Fließschnupfen) etc.

Kundenwünsche: erfüllbare und unerfüllbare

Erfüllbare: alte Rezepte nachquittieren, auch wenn das Rezept vom September 2010 stammt und der dazugehörige Kassenzettel auch und kaum noch lesbar ist. Allerdings bezweifle ich, daß die Krankenkasse das Rezept noch erstattet, trotz Stempel und Unterschrift von uns. Wobei ich natürlich den Datumsstempel von gestern aufgebracht habe, denn unser Stempel reicht gar nicht so weit zurück…. Weiterlesen

Das Fastenbrechen

Das Fastenbrechen und die anschließenden Aufbautage sind wohl die wichtigste Teile des Fasten. Wir sollten es genießen wieder etwas essen zu dürfen und die folgenden Tage vielleicht sogar nutzen, um eine Ernährungsumstellung einzuleiten. Deshalb essen Sie langsam und in Ruhe! Jeder Bissen muß gut gekaut werden, idealerweise bis er zu einem Brei geworden ist. Während des Fastens hatten unsere Verdauungsorgane Urlaub, die müssen, so wie wir, erst mal wieder in der „Realität“ ankommen. Unsere Magensäfte sind noch nicht soweit die gesamte Arbeit alleine zu übernehmen und auch die Darmtätigkeit liegt noch brach.

Die Hochgefühle der letzten Fastentage werden möglicherweise vergehen. Der Magen und auch der Darm nehmen ihre Arbeit wieder auf. Die Verdauung kostet unseren Körper viel Energie (im „Normalbetrieb“ sind das immerhin ca. 500 kcal, was einem Drittel bis Viertel unseres gesamten Kalorienverbrauchs ausmacht!!). Folglich kann es sein, dass Sie etwas träge seid und sich est wieder an die Zeiten mit vollem Magen gewöhnen müssen. Darum: kleine Portionen und langsam essen!

Wer in den ersten Tagen nach dem Fasten mit dem Essen zu schnell in „Vor-Fasten-Essen“ zurückkehrt, wird dies möglicherweise bereuen. Nicht nur, dass unnötige Pfunde zurückkehren, vielmehr kann es auch unangenehme Konsequenzen, wie Bauchschmerzen oder Übelkeit nach sich ziehen. Alkohol und Zigaretten sind vorerst noch ein Tabu. Besonders fettige und schwer verdauliche Speisen sind definitiv zu vermeiden! Sie haben es jetzt so lange ohne ausgehalten, da kommt es auf weitere drei Tage nicht mehr an. Während des Fastens haben wir in kleinen Mengen Kohlenhydrate zugeführt, über die Säfte oder den Honig. Das bedeutet, daß die Verdauungsorgane die hierfür nötigen Enzyme etc. weiterhin gebildet haben und auf eine sich (langsam!) erhöhende KH-Zufuhr gut reagieren können. Aber sowohl Fett wie Eiweiß gab es so gut wie nicht. Die dafür nötigen Enzyme müssen also vom Körper erst einmal wieder gebildet werden und das geht nicht von Null auf Hundert in fünf Sekunden.

Das Fastenbrechen machen Sie dieses Mal jeder für sich alleine. Der beste Zeitpunkt dafür ist Donnerstag-Vormittag oder Mittag. Klassischerweise wird als erste Mahlzeit nach dem Fasten ein Apfel gegessen. Ich persönlich liebe Karotten, weil ich die i.d.R. noch intensiver kauen kann, als einen Apfel. Wer mit Rohkost so seine Probleme hat, kann auch zu einer Pellkartoffel greifen (die darf man auch gerne mit etwas Kräutersalz würzen!) Setzen Sie sich auch hier an den Tisch, nehmen einen Teller und ein Messer und essen mit Aufmerksamkeit. Sie dürfen wieder kauen – tun Sie es!!!!

Für Abends empfiehlt sich entweder eine Kartoffelsuppe, wenn Sie aber von Suppen genug haben, dann geht auch eine Pellkartoffel mit etwas sauerer Sahne, oder eine Rohkost. Ich liebe Karotten-Apfel-Salat mit ein paar Sonnenblumenkernen garniert. Die Menge bestimmen sie selber – wer satt ist hört auf.

Wichtig in den nächsten Tag ist es, mit reichlich Ballaststoffen den Darm zu füllen, damit auch die normale Verdauung wieder in Gang kommt. Ballaststoffe habe ich in Gemüse, Vollkornprodukten und Obst. Wobei ich die größte Betonung auf Gemüse lege. Es liefert wesentlich mehr an Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralien als Obst bei geringerer Energiedichte (=Kaloriengehalt). Kartoffeln rechne ich hier übrigens zum Gemüse!

 

Der vierte und fünfte Fastentag

Diese Tage sind im Großen und Ganzen im Ablauf so wie dier vorherigen. Nur daß man sich jetzt relativ stabil fühlt und auch gerne mit anstrengenderem Sport loslegen kann. Ich kann sicherlich keine Muskeln im Fasten aufbauen, aber ich kann dafür sorgen, daß keine abgebaut werden! Use it oder lose it. Das gilt im Übrigen auch für die Zeit nach dem Fasten.

Superfoods – ?

Chiasamen, Maca, Acaibeeren etc. allen werden ja ganz besondere Wirkungen nachgesagt. Ein Wirkung haben ganz sicher alle: sie machen den Geldbeutel schlank. Sie sind alle aus exotischen Regionen der Erde und das macht sie natürlich schon interessant. Aber tun sie wirklich Not? Ich meine: Nein. Statt Chia-Samen kann ich genau so gut Leinsamen nehmen. 2Teelöffel geschroteter Leinsamen pro Tag kann das Brustkrebsrisiko um 20% senken. Und die Verdauung kommt auch besser in Schwung. Aber Leinsamen sind natürlich nicht so sexy wie Chia….

Der UGB macht ein Wochenend-Seminar zu diesem Thema. Die Seminare beim UGB sind immer sehr interessant, mit netten Leuten und in wunderschöner Landschaft. Vielleicht wäre das ja etwas für einen von Euch?