Asche auf mein Haupt….

Es ist SEHR lange her, daß ich etwas von mir haben hören/lesen lassen. Der Grund war – was sonst  – das Privatleben.
Meine Mutter ist letzten Herbst mit 94 Jahren gestorben und die letzen Wochen vor ihrem Tod waren … intensiv und haben meine Geschwister und mich viel Zeit und Kraft gekostet. Danach war noch viel mit dem Erbe zu regeln, und auf der Arbeit ging es auch rund. Da blieb fürs bloggen keine Energie mehr.
Ich habe inzwischen einen Heidenrespekt vor allen Bloggern, die es schaffen ihren Blog regelmäßig mit Beiträgen zu füllen! Es ist enorm viel Arbeit.

Aber deswegen habe ich jetzt auch den Entschluß gefaßt meinen Blog (vorerst?) zu beenden. Es gibt immer viel aus der Apotheke zu erzählen – vielleicht darf ich ja bei Pharmama oder dem PTAchen Gastbeiträge veröffendlichen.

Vielen Dank an meine Leser!

Auf Wiedersehn

Werbeanzeigen

Ein Winterrezept

Grünkohl erlebt eine Renaissance – zumindest scheint es so.
Den Norddeutschen ist er sowieso schon seit immer bekannt, aber hier im Süden kommen wohl auch immer mehr auf den Geschmack.
Ich mag ihn, weil er auch ganz anders als triefend vor Fett daher kommen kann, als Frischkost nämlich.
Und da habe ich Euch heute mal wieder ein Rezept mitgebracht. (Aus der Apotheke gibt es nichts zu berichten, da läuft grade alles wie gehabt)

Grünkohlsalat mit getrockneten Tomaten und Feta

4 Portionen

 

Zutaten

100 g Getrocknete und gehackte Tomaten  
500g Grünkohl  
2 EL Pinienkerne  
1-2 TL Schwarzkümmel  
150 – 200g Feta (je nachdem, wie sättigend der Salat sein soll)  
Für das Dressing:    
100ml Frischer Orangensaft  
30ml Weißer Balsamico Essig (alternativ Zitronensaft)  
2 TL Senf  
1 EL Weißes Mandelmus  
½ TL Salz  
Je 50ml Raps-, Oliven- und Leinöl  
  Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer  

 

Zubereitung

Für das Dressing alle Zutaten in einem Mixbecher geben und kräftig mischen. Das Dressing ist für mehrere Portionen und hält sich im Kühlschrank eine Woche.

Den Grünkohl waschen, die dicken Mittelrippen rausschneiden und fein hacken – das geht sehr gut im Blitzhacker (Moulinette), mit etwas Salz in einer großen Schüssel durchkneten.

Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und gegen Ende, wenn die Pinienkerne anfangen zu bräunen, den Schwarzkümmel dazu geben.

Den Feta in kleine Würfel schneiden.

Den Grünkohl mit dem Feta, den Tomaten und dem Dressing mischen und mit den Pinienkernen garnieren.

Variante mit karamellisierten Karotten: 300g Karotten putzen und in Stifte schneiden und in 1EL Olivenöl kurz scharf anbraten und dann 1 TL Zucker dazugeben und karamellisieren lassen. Zum Abkühlen beiseitestellen. Die Karotten werden statt der Tomaten zum Grünkohl gemischt. Dazu passen in den Salat noch sehr gut 2 EL Rosinen.

OK – alles erstmal halb so wild.

Securpharm – bisher lief alles problemlos und wir hatten noch keine einzige „rote Lampe“.
Das wird sicher nicht so bleiben, denn bisher sind ja nur sehr wenige Packungen m Handel, die schon den neuen Code tragen.
Blöder ist vielmehr, dass wir uns erst noch an das Ausbuchen – besonders bei den Nachlieferungen – gewöhnen müssen.
Ich weiß auch noch nicht, was man tun soll, wenn es vergessen wurde – macht das was? Oder ist es schlussendlich egal?
Alles Fragen, die wohl erst die Zeit beantworten kann.

Morgen wird es ernst …

… mit Securpharm. Ich habe die besondere Freude, daß ich morgen „dran“ bin zu arbeiten. Ich weiß nicht so recht, ob ich mir Sorgen machen soll, oder ob ich es einfach mit orientalischer Gelassenheit erwarte. Ich tendiere stark zur Gelassenheit…..
Das was ich bisher an Informationsmaterial habe war gelinde gesagt übersichtlich. Klasse war, daß wir HEUTE! einen Tag vorher eine Zusammenstellung, bzw. eine Art FAQ von der Kammer und ABDA bekommen.
Es könnte morgen lustig werden…..

 

Anrufe im Notdienst

Nein, heute geht es nicht um die beliebten Notdienst-Hits: Haben Sie Dienst? oder Haben Sie Nasentropfen da?
Nein, ich meine die Sorte von Anruf, bei der ich nie sicher bin, ob das jetzt wirklich en armes Hansel ist, das da anruft, oder ob sich jemand einen Spaß erlaubt.
Im letzten Notdienst hatte ich seit langem mal wieder so einen „Penis“-Anruf, wie ich diese spezielle Anruf-Kategorie inzwischen innerlich nenne.
Das Gespräch begann damit, daß um kurz vor zwölf – ich hatte mich grade erst hingelegt und hoffte auf eine ruhige Nacht – das Telefon geht und ein Mann fragt, ob ich Kondome vorrätig hätte.
„Und das ist jetzt ein NOTFALL??“ war meine spontane Rückfrage. (Ganz ehrlich, dafür gibt es doch inzwischen in jeder Kneipe auf dem WC einen Automaten!)
Etwas verdattert ist das Mannsbild dann schon, aber da ich nun eh schon wach war, bin ich halt auch an den PC und schaue nach: „Ja, wir haben Durex Kondome, fünf Stück für XY €.“
„Haben Sie auch extra große und lange Kondome?“ … ach Kerle, echt jetzt? Denke ich innerlich leise seufzend. „Nein, die können wir ihnen gerne morgen früh bestellen, rufen Sie doch dann wieder an – Bestellungen nehme ich im Notdienst nicht an.“
“Ja, aber ich hätte da noch eine medizinische Frage.“
Na dann schieß los, denke ich, innerlich lauter seufzen. „Ja, und zwar?“
“Also ich bin dunkelhäutig und mein Penis ist länger als der von weißen Männern.“
“Und? – hat sich schon mal jemand beschwert?“
“NEIN! Aber ist das vielleicht schlecht für meine Gesundheit?“
….. tief Luft holen aponette
….. und noch mal tief Luft holen
„Warum sollte es das sein?! Der eine hat einen kurzen Penis der andere einen langen  – und ansonsten werde ich jetzt hier nicht weiter Ihre Penislänge mit Ihnen diskutieren. Gute Nacht.“ Und es bleibt die Frage: war das Ernst oder „Spam“? Macht sich das Hansel wirklich Sorgen, oder wollte er nur eine Frau blöd anmachen?

Diese Erlebnisse sind es, weshalb ich diese Scherzanrufe im Radio (und im echten Leben) so ganz und gar nicht lustig finde. Als Angerufene muß ich immer davon ausgehen, daß der Anrufer ein echtes Problem hat, egal wie hahnebüchen mir das vorkommen mag.
So wie vor vielen Jahren der Anrufer, der mich – übrigens auch im Notdienst – fragte, ob er jetzt AIDS bekommt, weil er Eisentabletten eingenommen hat. Das wäre doch was mit Blut und da war jetzt doch grade diese Sache mit den mit HIV verunreinigten Blutkonserven.

QMS – doch Quatsch mit Soße?

Unsere QMS-Beauftragte schlägt sich jetzt seit einer Woche mit dem neuen Kapitel unseres QM-Handbuches herum, genannt: Notfallplan.
Jawohl, wir werden im Falle eines Falles wissen, wie wir weiterarbeiten, wenn Terroristen ein Flugzeug im oder auf dem KKW in Neckarwestheim landen, und anschließend im Großraum Stuttgart der gesamte Strom ausfällt.
WIR HABEN EINEN PLAN!
Deutschland kann jetzt beruhigt schlafen, denn wir werden  in der Plauder-Apotheke weiterhin – dank Notfallplan – in der Lage sein die Fertigarzneimittelprüfungen, die wir SELBSTVERSTÄNDLICH auch im Kathastrophenfall täglich durchführen werden, ordnungsgemäß dokumentieren können. Auch wenn die Computer nicht mehr tun (ich erinnere: KKW – Terroristen – Flugzeug – Stromausfall), denn wir haben jetzt ein BLANKOFORMULAR! Und nicht nur dafür sind wir gerüstet, wir können auch den Erwerb und die Abgabe von Tierarzneimitteln, Betäubungsmitteln, Sera und Import-AMn dokumentieren.
Auch an den Automaten haben die Erdenker unseres Notfallplanes in ihrer unendlichen Weisheit gedacht: wir werden nämlich solange die (neu anzuschaffende – aber Geld spielt ja keine Rolle) Unterbrechungsfreie Stromversorgung für den geregelten Shut-Down unserer PCs läuft schnell noch in fünf Minuten mit dem (auch neu zu kaufenden) Hochleistungslaserdrucker den Bestückungsplan des ROWA ausdrucken – vermutlich schlappe tausen Seiten. Dann werden wir mit einer Stirnlampe (das steht wirklich so da drin!!) und dem Bestückungsplan bewaffnet im Automaten herumturnen und die Päckchen rausholen. Eventuell können wir den QM-Auditor überzeugen, daß auch ein I-PAD reicht, auf dem der Bestückungsplan gespeichert wird….
Wofür es keinen Plan gibt, ist die Frage wie wir kassieren wollen, woher wir Preise nehmen, und natürlich werden die Kranken Kassen volles Versändnis dafür haben, daß wir keine Rabattverträge berücksichtigen konnten und uns nicht acht Monate später retaxieren.
Auch an Securphar ist gedacht: die Barcodes der abgegebenen Packungen werden fotografiert und nachträglich aus dem System ausgebucht…..
QMS – ich denke es heißt doch Quatsch mit Soße.

Eisenmangel ohne Anämie

Wer mal einen massiven Eisenmangel hatte – also einen Ferritinwert unterhalb von 30, der weiß, wie unerfreulich das ist. Man hat Mundwinkelrhagden, die partout nicht abheilen wollen, egal wie viel man cremt. Schlappe Beine, wenn man nur einmal zwanzig Stufen raus muß, man ist müde und antriebslos. Trainieren? – unmöglich! Keine Energie, null nichts nada.
Dabei muß noch nicht einmal eine Anaemie vorliegen – der Hämoglobinwert kann im Normbereich sein.
Das fällt dann auch bei einer „normalen“ Blutuntersuchung gar nicht auf, denn den Ferritinwert dürfen die Ärzte nicht routinemäßig messen. Das muss man extra anfordern.
Und auch wenn ein erniedrigter oder schon massiv erniedrigter Ferritinwert vorliegt, ist das keine Indikation für eine Infusion, solange keine Anaemie dabei ist. Da dürfen nur Eisentabletten verordnet werden.
Ich sag Euch: es ist kein Spaß hochdosiert Eisen einzunehmen! Und einen richtigen Eisenmangel gleicht man damit auch nicht in angemessener Zeit aus.
Ich finde das krank!
Ebenso, wie man zwar einen Selentest selber zahlen muß, das Selen dann aber auf Kasse verordnet werden kann, wenn der Selenspiegel zu niedrig ist.

Unverschämt! Jawohl!

Das war der empörte Kommentar einer Kundin dazu, daß die Teststreifen von ihrem Blutzuckergerät verfallen.
Die volle Geschichte klingt dann etwas anders:
DieKundin kommt zu mir mit ihrem Blutzuckermeßgerät und sagt, daß dies kaputt wäre. Ich nehme das Gerät (immerhin mal eins, das nicht blutverschmiert ist – thank god for small mercies) und checke wie immer erstmal ob die Batterie ok ist. Da ist kein Problem festzustellen. Dann Schritt zwei: einen Teststreifen einführen und sehen, was passiert – genau das, was passieren soll, der Code wird angezeigt und dann die Anzeige, daß ich das Blut auftragen soll.
Also am Gerät liegt es schon mal nicht, wenn es nicht messen will.
Also frage ich: welche Fehlermeldung kommt denn? – „Error – weiß nicht“
Jetzt kann es eigentlich nur noch an einem liegen: wie alt sind die Teststreifen? „…äh – keine Ahnung, ich messe nur sehr unregelmäßig.“
Und dann begann sie über die böse „Pharmaindusrite“ zu schimpfen, die sie zwingt ständig neue Teststreifen zu kaufen. Als ich sie dann freundlich darauf hin wies, daß selbst wenn sie nur einmal pro Woche misst, die Packung mit fünfzig Streifen sehr wohl lange genug hält.
Das wollte sie nicht wirklich hören….

Lass mich halt ausreden….

Kunde kommt mit Rezept aus der Klinik – einem Entlass-Rezept – ausgestellt am 25.12.18 über Provox Gr.6 – aber Hurra! es ist immerhin eine Diagnose drauf. Trotzdem habe ich einige Probleme mit dem Rezept und sage es auch laut.
Erstens: heute ist der 9.1.19. – Entlass-Rezepte sind nur drei Tage gültig. „Aber er wurde auch erst heute entlassen.“ – Das mag sein, aber ausgestellt wurde das Rezept nun mal am 25.12.18.
Zweitens: wenn ich Provox eingebe bekomme ich in der Lauer-Taxe gleich mal fünfzig Treffer – bei Zusatzangabe „6“ immerhin nur noch zehn.
Als ich an diesem Punkt bin, reißt mir der Kunde das Rezept aus der Hand und rennt weg – zum Hausarzt, der ein neues Rezept ausstellt, wie sich zehn Minuten später herausstellt.
Ich komme gar nicht so weit zu erklären, daß wir diesen Artikel – selbst wenn ich dann mal weiß WAS es sein soll – gar nicht bestellen können. Vermutlich dürfen wir ihn noch nicht einmal über die Kasse abrechnen.
Das kann ich dem Kunden dann erst erklären, als er mit seinem neuen Rezept wieder vor mir steht.
„Hätten Sie mir das nicht gleich sagen können?“ – „Das hätte ich, wenn Sie lange genug hier geblieben wären, um mir zuzuhören.“

Sie will ich nicht!

Die Apotheke steht voll, als ich vorkomme und ich gehe an unsere „Notkasse“, die vorne an der Tür steht. Auf dem Weg dahin sage ich dann immer den Kunden, daß sie auch mit mir kommen können. Heute erklärt mir dann doch ein Kunde: Nein, zu Ihnen geh ich nicht. …. Und das in einem reichlich unfreundlichen Ton.
Ich bin schon etwas zusammengezuckt, und denk mir: das hätte er auch freundlicher sagen können. Und ich kann mich noch nicht einmal erinnern, daß ich mit justamend diesem Kunden mal aneinander geraten wäre. ????
Ansonsten ist der Jahresanfang ziemlich so, wie das Jahresende. Wir bekommen immer noch Schokolade geschenkt – weil wir uns so viel Mühe gegeben haben ein Medikament zu besorgen.
Wir kämpfen weiterhin mit den Kranken Kassen wegen Retaxationen – der lästigste Fall: die AOK will nicht mehr die Excipial Lotion von Galderma bezahlen, sondern nur noch die um drei Euro günstigere von Bios. Diese führt unser Großhandel aber nicht, also müßten wir sie direkt bestellen, was über drei Euro Porto kostete. Jetzt müssen wir der AOK vom die Bestätigung vom Großhändler vorlegen, daß sie diese Lotion von dieser Firma nicht führen.
Wegen drei Euro…